Unser Hausbrand

Hallo,
dieser Blog-Eintrag wird euch über den Hausbrand meines Elternhauses informieren und ich werde in Zukunft weitere Einträge verfassen, um euch weiterhin auf dem Laufenden zu halten.

Da ich seit Wochen täglich von vielen Menschen die verschiedensten Fragen zu dem Vorfall bekomme, möchte ich diese Möglichkeit nutzen, um euch alle auf einmal zu erreichen. Das spart mir enorm viel Zeit und ich muss nicht jedem die Einzelheiten aufs Neue erzählen.

Ihr könnt diesen Blog abonnieren, um via E-Mail informiert zu werden, sobald es etwas Neues gibt (linkes Menü). Solltet ihr Fragen haben, könnt ihr gerne die Kommentar-Funktion am Ende der Seite benutzen. Ich werde jedem antworten.
Bitte teilt diesen Beitrag mit allen, die daran interessiert sein könnten, da ich nicht weiß, ob ich jemanden vergessen habe zu informieren.

Parallel zu den Blog-Einträgen wird es außerdem Videos auf YouTube geben, die die Geschehnisse und Arbeiten am Haus dokumentieren werden.
Hier geht es zum YouTube Kanal.

Schaut euch hier mein Einführungsvideo an oder lest direkt unter dem Video weiter.
Am Ende der Seite habe ich noch eine Bildergalerie angehängt.



Es folgen nun meine Antworten auf die meist gestelltesten Fragen, falls diese nicht schon in dem Video beantwortet wurden.


Was ist passiert?

Am 26.07.2019 hat es in meinem Elternhaus im Bergischen Land gebrannt. Genauer gesagt sind der Dachstuhl und eine Hälfte des 1. Obergeschosses komplett ausgebrannt. Der Brand wurde zwischen 6:30 und 14:00 von 3 Löschzügen, bestehend aus ca. 60 Einsatzkräften, bekämpft. Nach 3 Stunden war das Feuer vollständig unter Kontrolle. Gegen Nachmittag konnte ich das Haus erstmals betreten, um mir einen ersten Eindruck zu verschaffen. In diesem Zuge sind auch die ersten Aufnahmen für das Einführungsvideo entstanden.


Was war die Brand-Ursache?

Ein moderner Flachbild-Fernseher (im Dachgeschoss) hatte einen technischen Defekt (Kurzschluss) und endzündete sich. Das Feuer breitete sich rasant aus, sodass der Dachstuhl innerhalb von 10 Minuten komplett brannte. Zum Zeitpunkt des Kurzschlusses war der Fernseher nicht eingeschaltet.


Gab es Verletzte? War jemand im Haus?

Es gab keine Verletzten. Als das Feuer ausbrach, befanden sich meine Schwester, ein weiterer Hausbewohner und der Hund der Eltern* (siehe unten) noch im Haus. Meine Schwester bemerkte den brennenden Fernseher zwar recht schnell, konnte das Feuer aber nicht mehr eigenständig löschen. So entschied sie richtig und verließ das Haus mit Hund und dem anderen Bewohner umgehend. Sie rief sofort die Feuerwehr.

Meine Mutter und mein Stiefvater waren mit einem meiner Brüder zum Brandzeitpunkt im Urlaub. Ich bin schnellstmöglich aus Köln zum Haus gefahren und traf während der Löscharbeiten ein. Gegen Abend trafen auch meine Mutter, ihr Mann und mein Bruder ein.


Wie hoch ist der Schaden?

Eine exakte Summe kann man zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht nennen. Da das 220qm große Einfamilienhaus inkl. Hausrat aber weitesgehend zerstört ist, kann man von einem Gesamtschaden in Höhe von etwa 450.000€ – 550.000€ ausgehen.

Der Dachstuhl ist komplett ausgebrannt. Eine Hälfte des 1. Obergeschosses ebenfalls. Das Erdgeschoss, der Keller und jeglicher Hausrat wie Möbel und weitesgehend alle persönlichen Gegenstände, sind durch die Löscharbeiten zerstört (Wasserschaden, etc.).
Außenbereiche wie der Garten, die Terrasse, der Balkon und die Fenster wurden durch herabfallende Dachziegel, Mauerstücke und Balken stark beschädigt.


Wie geht es den Betroffenen?

Den 7 Bewohnern (Mutter, Stiefvater, Bruder, Schwester + Ehemann & Sohn, 1 weiterer Bewohner) geht es weitesgehend gut. Sie sind körperlich unversehrt, jedoch ist die seelische Belastung auch noch 3 Wochen nach dem Vorfall sehr groß.

Mir geht es ebenfalls soweit gut. Obwohl ich seit 20 Jahren nicht mehr in dem Haus wohne ist es nur verständlich, dass auch ich einer sehr großen seelischen Belastung ausgesetzt bin. Insbesondere dadurch, dass ich die letzten 3 Wochen täglich 10-12 Stunden mit dem Thema beschäftigt war. Gottseidank wurde ich für eine Woche von meiner Firma befreit und anschließend hatte ich zwei Wochen Urlaub. So konnte ich alle wichtigen Dinge klären und organisieren und die Hauptbetroffenen entlasten.

Dennoch ist diese Tragödie auch an mir nicht spurlos vorbeigegangen. Schließlich bin ich in dem Haus aufgewachsen und habe dort die Hälfte meines bisherigen Lebens verbracht. Der Verlust, den man empfindet und der emotionale Wert, den man für sein Elternhaus hat ist sehr groß und belastend.


Sind die Hausbewohner nun ohne Unterkunft?

Nein, alle ehemaligen Bewohner des Hauses sind schnell woanders untergekommen. Meine Schwester und ihre kleine Familie hat eine Wohnung in der Nähe gefunden und alle anderen sind zur Zwischenmiete in ein Haus gezogen, welches sich ebenfalls in der Nähe befindet.


Zahlt die Versicherung?

Das ist eine der meist gestelltesten Fragen überhaupt und diese möchte ich zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht beantworten.
Ich kann euch aber soweit sagen, dass wir sehr gut versichert sind und uns von der Versicherung auch sehr gut betreut fühlen.

Sowohl seitens der Hausratversicherung als auch der Gebäudeversicherung sieht es bisher danach aus, dass alles ersetzt wird.
Wir haben beide Versicherungen bei demselben Anbieter abgeschlossen.


Was passiert nun mit dem Haus?

Kurz: Das Haus wird wieder aufgebaut.
Aber es wird dauern. Als erstes gilt es, den Schaden genau zu beziffern und herauszufinden, welche Dinge noch erhalten werden können. Zum jetzigen Zeitpunkt sieht es aber so aus, dass das gesamte Haus von oben nach unten abgetragen werden muss. Sehr wahrscheinlich wird auch der Keller komplett abgerissen und das Haus an Ort und Stelle neugebaut.
Selbstverständlich werde ich euch auf dem Laufenden halten wie es mit den Arbeiten voran geht.


Was passiert mit dem Hab und Gut?

Wir haben eine Sanierungsfirma für Feuer-, Brand- und Wasserschäden beauftragt, die mit uns zusammen den gesamten Hausrat herausholt, einschätzt, ggf. reinigt und restauriert und dann einlagert.


Wie kann man helfen?

Diese Frage wird mir am häufigsten gestellt.
Vorab: Vielen Dank für das Angebot!
Zum jetzigen Zeitpunkt sind wir gut versorgt. Auch aufgrund der vielen freiwilligen Helfer und Spender, die uns die letzten Wochen unterstützt haben. Freunde, Nachbarn, Behörden & Organisationen (DRK, Ordnungsamt), fremde Menschen aus den umliegenden Dörfern und Städten, entfernte und fast schon vergessene Freunde und viele andere konnten uns schon sehr viel unterstützen.
Unser Dank gilt all diesen Menschen!
Zurzeit benötigen wir keine spezielle Hilfe oder Unterstützung, aber falls wir etwas brauchen, dann lasse ich es euch wissen.

Dennoch freuen wir uns weiterhin auf Hinweise, Tipps und Ratschläge jeglicher Art. Vielleicht war der ein oder andere von euch mal in einer ähnlichen Situation. Vielleicht kennt ihr jemanden, der jemanden kennt, der einen Bereich abdeckt, an den wir noch nicht gedacht haben.
Stellt eure Fragen, schreibt mir eure Gedanken oder sendet uns einfach nur ein paar nette Worte. Das ist schon mehr als wir erwarten können.
Vielen Dank!


Warum dieser Blog und die Videos?

Kurz: Verarbeitung, Tagebuch, Informationsaustausch, Hilfestellung.

Über Probleme muss man reden. Dies ist ein Problem. Mir hilft es, mit Freunden und Bekannten über diese Tragödie zu sprechen. Doch leider ist meine Zeit begrenzt und ich kann nicht jeden Tag aufs Neue alles wiederholen. Jeder möchte wissen, was passiert ist und ihr alle habt ein Recht darauf zu erfahren, wie es weitergeht. Unsere Familie ist in dem Dorf und der angrenzenden Stadt bekannt. Ich kenne ebenfalls sehr viele Menschen und der Vorfall hat sich schnell rumgesprochen. Demnach war es klar, dass man mich fragt.
Mit diesem Blog kann ich euch informieren und mit den Videos sogar zeigen, wie es aussieht und die nächsten Monate und Jahre dokumentieren.

Desweiteren können diese Aufzeichnungen und der Austausch auch anderen helfen, die in einer ähnlichen Situation sind.
Ich werde die Sanierungsarbeiten, den anstehenden Abriss und Wiederaufbau des Hauses sowohl schriftlich, als auch auf Fotos und in Videoaufnahmen festhalten. Ich sehe diese Art der Aufarbeitung auch als Informationsaustausch.


Danke!

Unser Dank geht an folgende Menschen:

  • Alle Feuerwehrkräfte, die vor Ort waren
  • Alle Nachbarn, die geholfen und uns unterstützt haben
  • Alle engen Freunde und Bekannte
  • Alle Freunde, zu denen ich/wir seit Jahren keinen Kontakt mehr hatten und die trotzdem und ohne zu fragen ihre Hilfe angeboten haben
  • Die lokalen Organisationen & Behörden
  • Fremde Menschen, die sich auf unseren Aufruf zur spontanen Unterbringung der Bewohner gemeldet haben
  • Fremde Menschen, die völlig selbstlos und unaufgefordert vorbeigekommen sind und geholfen haben
  • Unsere Familien & Angehörigen, die uns sehr unterstützen und Kraft geben
  • Meine Firma, die mich unterstützt hat, damit ich helfen konnte

(Reihenfolge unbedeutend & willkürlich)


Wie geht es nun weiter?

Wir befinden uns zur Zeit in der Phase der Schadenermittlung und führen die Sanierungsarbeiten durch. In den kommenden Wochen wird das Haus leergeräumt und der unbeschädigte Hausrat eingelagert.
Anschließend wird das Haus abgetragen/abgerissen.
Mit einem Architekten, der sowohl den Abriss als auch den Wiederaufbau begleiten wird, haben wir bereits Kontakt aufgenommen .

Ich werde euch weiter auf dem Laufenden halten.


Bilder:



Vielen Dank für eure große Anteilnahme, eure Unterstützung und eure Hilfe!

Abonniert diesen Blog via E-Mail um über neue Einträge informiert zu werden. (linkes Menü)

Martin Röder


Richtigstellung: Eltern*
Wenn ich von meinen „Eltern“ spreche, dann meine ich damit meine leibliche Mutter und ihren Ehemann, meinen Stiefvater (juristisch: Stiefelter).
Diese Richtigstellung ist nötig, da es zu Verwirrungen kam und Fragen aufgekommen sind, ob mein leiblicher Vater hier involviert ist.


Kommentar verfassen

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.